Aachen, Dezember 2009

Shoppen im gläsernen Netz

Hippe Architektur in Braunschweig: Der New Yorker Flagship-Store

Braunschweigs ältestes Kaufhaus präsentiert sich in modernem Gewand: Karsten K.Krebs Architekten verwandelten das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert in einen zeitgenössischen Bau voller Licht und Leichtigkeit. Für die imposante gläserne Fassade setzen sie auf das Know-How des CLIMAplusSECURIT-Partners Thiele Glas.

Dort, wo der Unternehmer Adolf Frank 1889 seine Kurzwarenhandlung eröffnete, findet sich seit Ende 2008 der neue Flagship-Store des Textilfilialisten New Yorker. In den 120 Jahren seines Bestehens hat das Gebäude zahlreiche Umbauten erfahren. Im Zweiten Weltkrieg stark zerstört, erhielt das Kaufhaus in den Nachkriegsjahren seine vorläufige, an einen typischen Bürobau erinnernde Erscheinung. Zumindest in Teilen der Fassade zu finden waren jedoch noch Reste des Frank’schen Kaufhauses aus dem späten 19. Jahrhundert, mit den für die Kaufhausbauten dieser Zeit typischen großformatigen Fensterfronten im Erd- und in den Obergeschossen. Die bisher als gelochte Wand ausgeführte Fassade der Obergeschosse wurde beim Umbau zu einer großflächigen Skelettkonstruktion großzügig geöffnet. Diese ermöglicht – abweichend von der traditionellen Kaufhausphilosophie – eine lebhafte Innen-Außen-Beziehung.

 

Das Hannoversche Architekturbüro Karsten K. Krebs nahm die baulichen Änderungen der 50er- bis 80er-Jahre zurück, öffnete die bis dahin weitgehend vermauerte Bestandsfassade und interpretierte das bestehende Gebäude grundsätzlich neu. Die markante, den Stadtraum prägende Ecke des Gebäudes erhielt eine neue angemessene Betonung durch eine etwa 85 Quadratmeter große Medienwand. Darüber hinaus laden zwei große Wandscheiben an beiden Seiten des Eingangs zu einem Besuch des Geschäftes ein. Die hippe Architektursprache, die man eher in Paris, Moskau, New York oder Tokio erwarten würde, setzt für die beschaulichen Altstadtstraßen Braunschweigs neue Maßstäbe und gibt der Innenstadt einen frischen Impuls.

Die neue Fassade gliedert sich in mehrere Teilbereiche. Über einem durchgängigen, die Basis bildenden Schaufensterband erhebt sich die geöffnete, mit einem leichten, filigranen Netz überspannte Bestandsfassade. Während die Fassadenfront schwarz gestrichen ist, sind die Leibungen farbig gehalten. Sie erscheinen grün, wenn man sich dem Haupteingang über die Schuhstraße nähert; vom Kohlmarkt kommend, leuchten sie rot. Diese optische Irritation nimmt der massigen Konstruktion die Tiefe.
Unübersehbar ist auch der an der markanten Gebäudeecke liegende Haupteingang. Dieser und eine sich darüber erhebende ca. 6,00 x 13,00 m große LED-Wand dominieren den gesamten nordöstlichen Straßenabschnitt der Schuhstraße und wirken so als ihr räumlicher Abschluss.

Das Netz
Ein asymmetrisches rautenförmiges Netz überspannt auf Abstand die Obergeschossfassade. Für die Fassade setzten die Architekten auf TG-THERM®-plus UN II mit vorgespanntem Sicherheitsglas des CLIMAplusSECURIT-Partners Thiele Glas. Aufgrund der Konstruktion der Fassade wurden verschiedene Modellscheiben eingesetzt. Die größte Anzahl gleicher Scheiben stellen 51 Parallelogramme, die mit einem umschriebenen Rechteck von 6.346 × 1.470 mm die Größe von Standard-Bandmaßen deutlich übersteigen. Der Profilwechsel, unterstützt auch durch einen leichten farblichen Wechsel zwischen Pfosten und Riegel, löst die strenge geometrische Struktur des Netzes auf, so dass die Fassade mit den rhomboiden Glasscheiben zu kippen scheint. Der filigrane Eindruck des Netzes wird unter anderem dadurch erreicht, dass sämtliche Pfosten-Riegel-Verbindungen biegesteif ausgebildet wurden. Der Idee der virtuellen Unendlichkeit des Netzes folgend, wurden sowohl der untere als auch der obere Fassadenabschluss voll verglast ausgebildet. Am oberen Abschluss knickt das Netz ab und läuft als Überkopfverglasung fort.
Neben der Fassade ist Glas von Thiele auch im Treppenaufgang und an der Fassaden-Unterseite verbaut. Hier entschieden sich die Architekten durch die Anwendung von Mehrfach-Siebdruck und Digitaldruck für weitere gestalterische Elemente.

Der CLIMAplusSECURIT-Partner Thiele Glas wurde 1989 in Schrozberg gegründet. Das Unternehmen ist Spezialist für Flachglasprodukte der Superlative bis zu einer Größe von 3.210 x 9.300 mm. Vertreten sind die Unternehmen der Thiele AG deutschlandweit an sieben Standorten, darunter neben Schrozberg, Amtzell (Baden-Württemberg), Wermsdorf und Radeberg (Sachsen) sowie Worms, Bad Kreuznach und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz). Ebenso zählt seit 2009 ein Vertriebsbüro in Dänemark zur Gruppe.

Ansprechpartnerin für die Presse: Janina Wotske

 
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